Sonne und strahlend blauen Himmel wünschen wir uns alle, wenn wir wandern wollen. Doch Temperaturen weit über 30 Grad, das ist eindeutig zu viel, vor allem für uns Senioren. Aber unsere für den 13. August geplante Wanderung wollten wir trotzdem nicht ausfallen lassen. Also mussten wir einen Weg finden, der durch viel Wald, vielleicht an einem Bach entlang führt und nicht zu anstrengend ist. Uns so entschieden wir uns nach reiflicher Überlegung für den Wasserfallweg an der Großen Laine in der Jachenau. Diese Entscheidung war goldrichtig, wie wir bald feststellten.
Schon gleich als wir beim Schützenhaus im Dorf starteten, tauchten wir ein in einen kühlen schattigen Waldweg. Rechts von uns verlief das Bachbett der Großen Laine, das allerdings wegen der wochenlangen Trockenheit ziemlich ausgetrocknet war. Immer im Schatten und nur leicht bergauf, so ließ sich die Hitze des Tages gut ertragen. Nach etwa einem Kilometer überquerten wir die Ascherwiese, eine Magerwiese mit einem einsamen alten Stadel. Danach ging es wieder in den Wald und über eine Stahlbrücke auf die andere Seite der Großen Laine.
Ein paar hundert Meter weiter kam wieder eine Brücke, die uns zurück auf die gegenüberliegende Seite leitete. An dieser Stelle fließen Glasbach und Staffelbach zusammen und vereinigen sich zur „Großen Laine“. Wir verließen den Weg, bogen nach rechts ab durch ein Gatter auf eine Almwiese mit einer einsamen, idyllisch gelegenen Hütte, der Lainlalm. Zum Einkehren war es noch zu früh, aber wir hielten ein Schwätzchen mit der Wirtin und versprachen, auf dem Rückweg noch einmal vorbeizukommen – zumal sie uns den Mund wässrig machte, indem sie uns frisch gebackenen Zwetschgendatschi versprach!
Wir folgten weiter dem Bachlauf, der sich nun Glasbach nannte. Über eine alte Holzbrücke wurden wir noch einmal auf die andere Seite geleitet, wo ein hübsches Marterl malerisch auf einem Felsbrocken stand. Noch ein paar Meter, dann ging es steil über Geröll und Stufen die Böschung hinunter, – und wir standen staunend vor unserem Ziel, dem Glasbach-Wasserfall, der sich über eine mächtige Felswand in die Tiefe stürzte. Natürlich musste hier eine lange, ausgiebige Pause eingelegt werden.
Zurück ging es auf demselben Weg, denn es gab keine andere Möglichkeit. Und so kamen wir wieder an der Lainlalm vorbei und wurden sehr herzlich von der Wirtin empfangen. Der Zwetschgendatschi war vorzüglich und die Hütte selbst, die älteste in der Jachenau, einfach zauberhaft. So endete ein schöner Ausflug, an dem alles passte.