Bergmesse am 14.10.2018 auf dem Längenberg

Dieses Mal hat es geklappt: Nach alter Neuland-Tradition wurde als Termin der zweite Sonntag im Oktober festgesetzt – und die Sonne strahlte! Nach den vergangenen wettermäßig schlechten Jahren wurden wir endlich reichlich entschädigt. Wir durften einen bilderbuchmäßigen „goldenen Oktober-Sonntag“ genießen. Der vorsichtshalber eingeplante Ausweichtermin wurde überflüssig. Wie schon seit vielen Jahren kam unser gewohnter Pfarrer Herr Leo Sobik, obwohl er nun schon im zweiten Jahr emeritiert ist und außerdem durch eine Sprunggelenksverletzung in seinem Bewegungsradius eingeschränkt war. Auch ihm ging angesichts der wunderbaren Natur hörbar das Herz auf.
Die Johannisberger Stub’nmusik schuf mit diesmal sechs Instrumenten wieder einen würdigen musikalischen Rahmen. Ein herzliches Dankeschön an die Musik und auch an Franka, die heuer alleine ministrierte und tapfer das Mikrofon hochhielt, solange es nötig war.
Nachdem die Bergmesse im vergangenen Jahr wegen schwerer Regenfälle ausfallen musste, schlossen wir alle seit Herbst 2016 verstorbenen Mitglieder in unser Totengedenken ein. Dadurch ergab sich eine ungewöhnlich lange Liste mit neunzehn Namen, die wie immer an unserem mit Blumen geschmückten Gedenkstein hing: Ende 2016 verloren wir noch drei Neuländer, aber allein im Jahr 2017 waren es zehn. Sechs Todesfälle wurden uns in diesem Jahr bis zur Bergmesse bekannt.
Ein großes Problem, eine schwere Aufgabe für alle Hinterbliebenen ist meistens das „Loslassen“ -das Loslassen der verstorbenen Person, das Loslassen einer Aufgabe, meistens sogar das Loslassen eines ganzen Lebensabschnittes….. aber letztendlich ist das Loslassen äußerst wichtig und die Voraussetzung dafür, innerlich zu heilen, um sich danach mit einem versonnenen Lächeln dankbar erinnern zu können.

Dazu noch ein kurzes Gleichnis:

Ein alter Mann hatte stets eine Handvoll Bohnen in seiner Hosentasche. Für jede noch so kleine Situation, die ihn erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Tasche wandern.
Das waren zum Beispiel das Lachen seiner  Frau oder der Schattenplatz in der Mittagshitze……
Abends legte er die Bohnen seiner linken Tasche vor sich hin und zählte sie. Er führte sich dabei jede einzelne Situation noch einmal vor Augen, freute sich, genoss sie ausführlich und nahm sie tief in sich auf.
Diese unzähligen Freuden gaben ihm die Kraft, auch all die schwierigen und schweren Stunden seines Lebens durchzustehen, daraus zu lernen – und sie dann loszulassen! 

Im „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry steht:
Verleihe mir die Akzeptanz, dass Verluste und Enttäuschungen Teil des Lebens sind,
und öffne mir die Augen für ihre Chance, am Schmerz zu reifen und Neues zu gestalten. 

Diese Fähigkeit und die Kraft zum Loslassen wünsche ich uns allen, vor allem aber denjenigen, die unmittelbar von dem Tod eines lieben Menschen betroffen sind.
Die Idee mit den Bohnen ist auf jeden Fall bedenkenswert. Allein am Tag der Bergmesse gab es für mich einige Situationen, für die eine Bohne in meine andere Tasche hätte wandern können –  für die, die dabei waren, bestimmt auch! Insgesamt war die Bergmesse sehr gut besucht – zum Teil wahrscheinlich wegen der vielen Todesfälle, aber einen großen Anteil dürfte das Prachtwetter gehabt haben. Es kamen zahlreiche Neuländer, auch Senioren aus München und von weiter her, sowie mehrere Gäste aus der Nachbarschaft der Neulandhütte, worüber wir uns besonders freuten.

Etliche Neuländerinnen und Neuländer hatten bereits von Samstag auf Sonntag oben übernachtet und alles bestens organisiert und vorbereitet. Schließlich fallen eine ganze Menge Arbeiten an: Transporte von Essen und Getränken, von Stühlen, Bänken, Tischen….  Bereits vor der Messe wurden Weißwürste und Wiener mit Semmeln und Brezen, sowie Getränke angeboten. Franka flitzte auch hier ständig als flinke „Bedienung“ durch die Reihen aller Gäste. Danach lud unser Vorstand Christian alle, besonders auch die Nachbarn, zu Kaffee, Tee und Kuchen ein. Viele Neuländerinnen hatten zum Teil recht aufwändige Kuchen gebacken. Die auf der Terrasse aufgebaute Kuchentafel war beeindruckend. Das dabei anfallende Geschirr musste danach natürlich gespült und weggeräumt werden und alles Mobilar wieder zurück an seinen Platz. Ein großes Lob dafür an alle, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten und am Ende alles putzten! Georg Walter und Gerd Klose gebührt ebenfalls unser Dank für ihren Fahrdienst – wie oft sind sie an diesem Tag wohl rauf und runter gefahren? Ohne sie wäre es einigen Mitgliedern nicht mehr möglich, an dieser gemeinschaftlichen Feier teilzunehmen.
Alle, die diesmal nicht dabei waren, sollten sich die Fotos unten anschauen. Wir sehen uns dann im nächsten Herbst wieder, da oben auf dem Längenberg.

Bis dahin ein rundum gutes neues Bergjahr!

 Angelika Schmidt-Pröls

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