Bergmesse auf dem Längenberg am Sonntag, 18. September 2016

Es ist wie verhext – das Wetter spielt einfach nicht mit, obwohl wir es in den letzten Jahren mit ganz unterschiedlichen Terminen versucht haben. In diesem Jahr hatten wir für unsere traditionelle Bergmesse einen Termin nach den Sommerferien angesetzt, aber leider endete die Schönwetterperiode gerade vor diesem Wochenende – und am darauf folgenden Wochenende gab’s dann wieder Sonne…
Immerhin stand unser neues, nun größeres Zelt oben auf dem Längenberg, wenn auch mit herunter gelassenen Seitenwänden, um Regen und Wind zu trotzen. So gab es keinen Blick auf unseren wieder liebevoll mit Blumen geschmückten Gedenkstein. Doch der Schutz des Altars mit unserem gewohnten Pfarrer, Herrn Leo Sobik, sowie der Johannisberger Stub’nmusik mit ihren Instrumenten war natürlich wichtiger. Es waren trotz des miesen Wetters viele Neuländer gekommen, vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass uns seit der letztjährigen Bergmesse ungewöhnlich viele Todesfälle gemeldet wurden – ein ganzes Dutzend. Allein für das vergangene Jahr erfuhren wir, zum Teil nachträglich, noch von sechs.

Vor allem der frühe Tod von Marianne Waldenburg stach auf der Gedenktafel hervor und berührte alle tief. Zwei ihrer drei Kinder, Sarah und Sebastian, ministrierten wie schon im vergangenen Jahr, bei der Messe und fungierten auch wieder als äußerst aufmerksame Bedienungen in der Hütte. Wir wünschen ihrer Familie viel Kraft und ein Geborgensein in der „Bergfamilie“.

Als kleinen Trost für alle Betroffenen las ich eine Seite aus einem ganz besonderen Büchlein vor, das mir letzten Herbst in die Hände gefallen war. Es wurde von einer krebskranken Frau geschrieben, die mittlerweile auch verstorben ist. Die Seite trägt den Titel

„FÜR DICH“:
Eines Morgens wirst du aufwachen
und der Nebel der Trostlosigkeit wird nicht mehr da sein.
Eines Morgens wirst du aufwachen
und ein kleiner Sonnenstrahl wird in dein Herz fallen.
Eines Morgens wirst du aufwachen
und du wirst glauben, dass die Freude wieder keimen wird – bald.
Eines Tages wirst du wissen,
in der Dunkelheit ist etwas Neues gewachsen,
das anders nicht hätte wachsen können.

Besonders dann, wenn wir auf der Schattenseite des Lebens stehen, sollten wir versuchen, daran zu denken, dass die Erde sich dreht, auch wenn’s gerade schwer fällt.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen viele, die Seele erwärmende Sonnenstrahlen. Die Sonne versteckt sich nicht immer und unsere wunderbare Bergwelt hilft uns auch bei Schicksalsschlägen.

Herr Pfarrer Leo Sobik, der im vergangenen Jahr von seiner Pfarrei Wackersberg für 25 Seelsorgerjahre dort geehrt wurde, wird im kommenden Jahr 70 Jahre alt, was man ihm jedoch überhaupt nicht ansieht. 70 Jahre, das ist das offizielle Rentenalter von Priestern. Wie wird es weitergehen? Auch er selbst ist sich da noch nicht sicher. Gerd Klose dankte ihm vorsorglich für seine Treue über mehr als zwei Jahrzehnte. Von wenigen Ausnahmen abgesehen war Herr Sobik immer für uns da gewesen. Gerd überreichte ihm ein wirklich gelungenes Bild von einem strahlend schönen, sonnigen Bergmessen-Tag vor einigen Jahren. Unser Vorstand, Christian Waldenburg schloss sich dem Dank mit der Übergabe einer „Neuland-Tasse“ an. Herr Pfarrer Sobik blickte ebenfalls kurz auf die Zeit mit den Neuländern zurück, unter anderem auch mit Erlebnissen, die er bei Hüttenübernachtungen mit Ministrantengruppen hatte.

Der Tag ging zu Ende in der Neulandhütte, wo liebe Helferinnen bereits Kaffee gekocht und das üppige Kuchenbuffet aufgebaut hatten. Auch für Weißwürste und Brezen war gesorgt. Ganz herzlichen Dank an alle Helfer, unter anderem auch an Georg Walter, der x-mal zwischen Parkplatz und Hütte Fahrdienst leistete.

Uns allen ein gutes neues Bergjahr – und nächstes Jahr vielleicht doch endlich wieder etwas Sonne und Aussicht bei der Bergmesse?

Angelika Schmidt-Pröls

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