Skitouren-Sicherheitstraining am Meißnerhaus

Vom 21. bis 24. Februar traf sich eine kleine Gruppe unseres Alpenvereins zu einem intensiven Skitouren-Sicherheitstraining rund um das Meißnerhaus. Unser Tourenleiter Martin wurde dabei von Fred, Frédéric, Flo, Giulia, Kolja und Franz begleitet.

Die Bedingungen hätten kaum passender sein können: In den Tagen zuvor hatte es kräftig geschneit, und während unseres Aufenthalts galt Lawinenwarnstufe 4 von 5. Perfekte Voraussetzungen also, um sich intensiv mit der Einschätzung von Lawinengefahren und der Kameradenrettung zu beschäftigen.

Bereits vom Parkplatz aus konnten wir mit Ski starten und stapften am ersten Tag bei starkem Schneefall zur Hütte. Nach einer kurzen Pause ging es direkt wieder hinaus in den Tiefschnee. An einem steilen Hang richteten wir ein Übungsfeld ein und untersuchten den Schneedeckenaufbau mit verschiedenen Tests, unter anderem dem Extended Column Test. Dabei lernten wir, mögliche Schwachschichten zu erkennen – besonders wichtig, um gefährliche Schneebrettlawinen einschätzen zu können.

Auch die Lawinenverschüttetensuche und die Bergung von Verschütteten wurden intensiv geübt. Besonders eindrucksvoll war eine Übung auf einem tatsächlich abgegangenen Lawinenbrett am zweiten Tag. Dort konnten wir erleben, wie hart und uneben Lawinenschnee sein kann – eine wertvolle Erfahrung für den Ernstfall.

Neben der Praxis kam auch die Theorie nicht zu kurz. An allen Abenden vermittelte Martin Grundlagen zu Schneedecke, Lawinenarten und Tourenplanung. Außerdem beschäftigten wir uns mit Lawinenlageberichten und digitalen Planungstools wie Alpenvereinaktiv und Skitourenguru, mit denen sich Skitouren hinsichtlich Lawinenrisiko analysieren und optimieren lassen.

Natürlich wurde auch getourt: Am zweiten Tag führte uns eine schöne Tour auf den Signalkopf, am dritten Tag ging es entspannt Richtung Kreuzspitze, wo wir sogar die erste Spur in einen unberührten Hang ziehen konnten. Auffällig war dabei der Unterschied der Schneehöhen: Während am Nordhang teilweise über ein Meter Neuschnee lag, fanden wir am sonnigen Südhang nur etwa 30 Zentimeter.

Nach vier intensiven und lehrreichen Tagen endete die Tour schließlich im Regen – die letzten Meter mussten wir die Ski bereits tragen. Zurück bleiben viele neue Erkenntnisse, gute Gespräche und vor allem ein deutlich geschärftes Bewusstsein für Sicherheit im winterlichen Gebirge.

Ein herzliches Dankeschön an Martin für die Organisation und das spannende Training!